etf-sparplan fürs kind

Das solltest du bei der Auswahl eines ETF-Sparplans beachten

So wählst du den richtigen ETF-Sparplan für Kinder aus

Ein ETF-Sparplan für dein Kind eignet sich, wenn du zwischen Geburt und Volljährigkeit Geld anlegen willst. Du investierst damit regelmäßig, automatisch und kostengünstig an der Börse. Und mit einem ETF erwirbst du nicht nur Anteile an einem Unternehmen, wie es mit einer Aktie der Fall wäre. Anders gesagt: Wenn eine Aktie eine Praline wäre, dann sind ETFs eine ganze Pralinenschachtel.

Welche Unternehmen das sind, hängt davon ab, welchen Index der ETF abbildet, das ist so eine Art Aktienliste. Dir bekannt ist wahrscheinlich der DAX – der Deutsche Aktienindex. Dieser enthält die Aktien der größten deutschen börsennotierten Unternehmen. Es gibt allerdings ETFs, die weit mehr als 40 Aktien enthalten.

In diesem Blog-Artikel zeige ich dir, worauf du bei der Wahl des ETF-Sparplans für dein Kind achten solltest.

Bring genug Zeit für den ETF-Sparplan deines Kindes mit

Die Kurse an der Börse können schwanken, dein ETF an Wert gewinnen oder verlieren. Diese Schwankungen können sich umso mehr ausgleichen, je länger du in deinen ETF-Sparplan investierst. Statistiken zeigen, dass du – unabhängig vom Einstiegszeitpunkt – keinen Verlust gemacht hättest, wenn du für mindestens 15 Jahre in einen ETF investiert hättest, welcher den MSCI World Index abbildet.

Deswegen solltest du mindestens 10, besser noch 15 Jahre Anlagezeit mitbringen. Hast du weniger Zeit, eignen sich z.B. ein Festgeld – oder Tagesgeldkonto.

Je früher du mit dem Investieren für deine Kinder startest, umso besser! Natürlich weiß ich aus Erfahrung, dass nicht immer genug Geld dafür übrig ist. Wir haben mit dem ETF-Sparplan für unsere Kinder jeweils ab dem 1. Geburtstag gestartet, weil wir erstmal unsere Elternzeit finanzieren mussten.

Aber es lohnt sich auf jeden Fall, auch schon mit kleinen Beträgen zu starten und über einen langen Zeitraum anzulegen. Dazu habe ich dir zwei Rechenbeispiele mitgebracht:

Bei einem monatlichen Sparbetrag von 50 Euro im Monat lohnt sich ein Investment in einen ETF-Sparplan. Und umso mehr, je länger der Anlagehorizont ist. In dem Rechenbeispiel bin ich von einer jährlich durchschnittlichen Rendite von 6% ausgegangen, die Inflation und Kosten sind hierbei schon berücksichtigt.

Zur Info: Der MSCI World Index hat in den Jahren 1975 bis 2022 eine durchschnittliche Rendite von rund 9 Prozent pro Jahr erzielt (Kosten sind dabei schon berücksichtigt, die Inflation nicht).*

Der ETF sollte sparplanfähig sein

Sparpläne sind super praktisch, um dein Investieren an der Börse zu automatisieren. Bei der Einrichtung eines Sparplanes kannst du auswählen, wieviel Geld in welchem Rhythmus und für welchen Zeitraum investiert werden soll. Ein Sparplan lässt sich jederzeit anpassen oder pausieren.

Damit du davon profitieren kannst, solltest du bei der Wahl deines ETFs darauf achten, ob dieser sparplanfähig ist. Dabei kommt es darauf an, wo du deine ETFs-Anteile kaufst (z.B. bei einer Bank, Direktbank oder einem Neo-Broker). Bitte prüfe also vorher, ob du den von dir gewählten ETF dort tatsächlich im Sparplan kaufen kannst.

ETF-Sparplan für dein Kind: Breit gestreut, nie bereut

Bei der Wahl eines ETF-Sparplans für dein Kind solltest du darauf achten, dass du in unterschiedliche Länder, Branchen und Unternehmen investierst. Reminder: Je breiter du dein Investment streust, desto höher ist deine Diversifikation und desto mehr sinkt auch das Risiko.

Wenn du den zu Grunde liegenden Index des ETFs kennst, weißt du genau, welche Unternehmensanteile in dem ETF enthalten sind. Im MSCI World Index beispielsweise stecken rund 1.600 Unternehmensanteile aus 23 Industrieländern.

Kostengünstiger ETF-Sparplan für dein Kind

Beim Investieren in ETFs fallen immer zwei Arten von Kosten an: Die Kosten des ETF-Anbieters sowie die Ordergebühren bei deiner Bank bzw. deinem Broker.

Die Kosten bei dem ETF-Anbieter werden auch als TER bezeichnet und fallen jährlich an. Bei den gängigsten ETFs liegen die Kosten in der Regel bei 0,1 bis 0,5% deines Fondsvolumens. Wenn du also 1.000€ investierst, werden dir bei einem TER von 0,2% 2€ von deinem Investment abgezogen.

Außerdem können bei deiner Bank oder bei deinem Broker noch Gebühren anfallen, wenn du ETF-Anteile kaufst (sogenannte Ordergebühren). Im Idealfall ist die Ausführung des ETF-Sparplanes für dein Kind kostenfrei. Auch die Führung deines Depots bzw. das deines Kindes sollte kostenfrei sein. Hier lohnt es sich, unterschiedliche Banken und Broker zu vergleichen und auch auf Angebote zu Sparplänen zu achten!

Diese Kriterien sollte dein ETF erfüllen

Bei der Auswahl des ETFs gibt es noch einige Punkte, auf die du achten solltest:

  • Das Fondsvolumen des ETFs sollte mindestens 100 Millionen Euro betragen. Das ist wichtig, denn du möchtest ja einen ETF wählen, der auch in den nächsten Jahren noch bestehen bleibt. Und je höher das Fondsvolumen ist, desto höher ist die Nachfrage und desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser ETF noch weiter bestehen wird. Idealerweise beträgt auch das Alter des ETFs mindestens 5 Jahre, eben aus dem gleichem Grund.
  • Es kann sein, dass einige der Unternehmen, die in deinem ETF enthalten sind, Dividenden ausschütten. Du kannst entscheiden, was mit diesen Dividenden passiert. Da du den ETF möglichst lange halten willst und vom Zinseszinseffekt profitieren willst, macht es Sinn, einen ETF zu wählen, der Dividenden direkt reinvestiert. Das wird dann thesaurierend genannt (das Gegenteil davon wäre ein ausschüttender ETF).
  • Es gibt mehrere Wege, wie der Anbieter eines ETFS sicherstellen kann, dass der zu Grunde liegende Index abgebildet wird. Diese verschiedenen Methoden werden Replikation Für Anfängerinnen eignet sich die physische Replikation, denn hier werden vom Fonds-Anbieter genau die Unternehmensanteile nachgekauft, die im Index enthalten sind.

Die wichtigsten Basics für die Auswahl des richtigen ETF-Sparplans für dein Kind habe ich dir erklärt. Jetzt liegt es an dir, in die Umsetzung zu kommen. Wenn du noch mehr über die Geldanlage für Kinder wissen willst, schau doch mal in diesen Blog-Artikel!

Zugegeben: Nach der Geburt eines Kindes hat das Anlegen eines Sparplans nicht die höchste Priorität. Wir mussten erstmal mit unserer Rolle als Eltern klar kommen.

Deswegen haben wir den Sparplan meiner Tochter zu ihrem 1. Geburtstag angelegt. Hätten wir schon ein Jahr früher – also direkt ab der Geburt – eine Sparrate von 200€ in einen breit gestreuten Welt-ETF** investiert, wären rund 6.670€ mehr im Depot zum 18. Geburtstag meiner Tochter.

Fazit: Warte nicht zu lange. Schon bei kleinen Spar-Beträgen lohnt es sich, langfristig zu investieren!

alles liebe, maria

Weiterführende Links zum Blog-Artikel

* Durchschnittliche Rendite MSCI World Index unter Berücksichtigung der Kosten

** Für die Berechnung habe ich den Zinseszinsrechner genutzt und bin von einer Rendite nach Inflation und Kosten von 6% p.a. ausgegangen.

Disclaimer: Dieser Blog-Artikel stellt keine Anlage- oder Finanzberatung und keine Kaufempfehlung für Finanzprodukte dar!